Wieso laufen eigentlich in allen Kinos die gleichen Filme?

Im August steht für Kinobetreiber einer dieser eigentlich schrecklichen Filmmesse-Termine an, der inzwischen immer wichtiger wird. In einem Multiplex-Kino in Köln zeigen an drei Tagen hintereinander Filmverleiher ihren Kunden, den Kinobetreibern, ihre „Ware“ für die kommende Saison. Man muss sich das wirklich so vorstellen, wie bei einer schlechten Kopie von „Wetten, dass…“. Vertreter von fast 1000 Kinos sitzen im Saal und beklatschen die neuesten Trailer und Marketing-Versprechen der großen und kleinen Verleiher. Es werden Witze erzählt oder Videobotschaften von irgendwelchen zweitklassigen Hollywoodstars eingespielt: „… lieber cinema owner, I hope du spielst meinen new Superhit!“ (lang anhaltender Beifall), danach gibt es fettige Bockwurst. Seit es nach der Digitalisierung der Filmbranche immer mehr Filme auf dem Markt gibt, wächst auch die Konkurrenz der Verleiher untereinander und die Menge an solchen Messeterminen und „Tradeshows“ nimmt Jahr für Jahr zu. Sicher führt auch diese Verkaufspolitik dazu, dass bestimmte Filme, deren Verleih oder Produzent es sich entweder bewusst oder auch nur aus finanziellen Gründen nicht leistet an diesem Zirkus teilzunehmen, kaum noch von den Kinobetreibern wahrgenommen werden. Es wird höchste Zeit für eine neue Kinokultur. Es braucht den Mut der Kinos für ein eigenständiges Programmprofil und es braucht den Mut und die Neugier des Publikums sich auf Filme einzulassen, die nicht von einer gewaltigen Marketing-Maschine begleitet werden. Genau diese Filme werden wir in den nächsten Wochen und Monaten für das künftige Programm des EISZEIT-Kinos suchen und auswählen. Wir freuen uns auf viele risikofreudige Filmfreunde!