Das Programmkino – Eine Zukunftsdeutung

Die Anzahl der Filmstarts in deutschen Programmkinos hat sich in den letzten 28 Jahren mehr als verdoppelt. Dieser zahlenmäßige Anstieg macht auf Kino- und Filmliebhaber erst einmal einen erfreulichen Eindruck. Unbedingt positiv ist er aber nicht zu deuten. Warum nicht? Welche Probleme ergeben sich für die Arthouse-Filmszene aufgrund der vielen neuen Filmproduktionen?

Das EISZEIT Kino ist das Kino für die kleinen Filme. Blockbuster gibt es woanders. Schräge Filmkunst, fremde Kulturen, Kunst und Kitsch oft in sperriger Form unterhaltsam und informativ erzählt, Filme die irritieren, verblüffen, erschrecken und provozieren, alle Genres und Sprachen, am liebsten OmU – das wollen wir und das will auch unser Publikum. Wirklich? Das Problem der Filminflation, jede Woche 10 bis 15 Neustarts, die meisten klein, mit geringem Aufwand in die Kinos gebracht, steckt schon im Begriff „Inflation“ selbst, welcher nichts anderes als „Entwertung“ bedeutet. Jeder dieser vielen Filme, ob gut oder schlecht, wird unter Wert in den Kinos angeboten. Die Filme laufen nur für kurze Zeit und können kaum noch entdeckt werden. Die Nachhaltigkeit des Kinos wird aufgebraucht. Der Raum für die Filmkritik in den Medien schrumpft. Der Zuschauer kann sich kaum noch informieren und zahlenmäßige Sieger werden zunehmend Blockbuster mit riesigen Marketing-Budgets. Vielfalt hat immer zwei Seiten. Einerseits habe ich mehr Auswahl, gleichzeitig gehe ich aber nicht automatisch öfter ins Kino. Immer mehr Filme teilen sich die gleiche Menge Zuschauer. Andersrum formuliert, immer mehr Zuschauer sehen die gleichen Filme, nämlich die, die am lautesten schreien und mit viel Aufwand um die Gunst der Zuschauer buhlen.

Wenn wir uns im EISZEIT also weiterhin den „großen“ Filmen verweigern, müssen wir uns etwas einfallen lassen, unsere „kleinen“ Filme überzeugender zu präsentieren.

Kino in Zahlen1

Quelle Statistik: http://vdfkino.de